Orgel

Die Orgel der Taborkirche wurde 1862 aufgrund einer Schenkung König Friedrich-Wilhelm IV. vom Berliner Orgelbaumeister Albert Lang erbaut. Technisch und klanglich steht sie mit ihren 7 Stimmen auf 1 Manual und Pedal in der Tradition der Buchholz-Orgeln, was kein Zufall ist: August Wilhelm Buchholz war der Lehrmeister Wilhelm Langs, der sein Wissen wiederum an seinen Sohn Albert weitergab.

Bis 1905 stand die Orgel über dem Altar, wie dieses Foto aus dem Jahr 1877 zeigt. Seitdem hat sie ihren Platz auf der ehemaligen Patronatsloge gefunden.

Im Jahr 1935 baute der Hohenschönhause­ner Orgelbaumeister Alfred Lenk ein Register (Octave 2′ auf einer Zusatzschleife) dazu.

Im Jahr 1969 wurde die Orgel stillgelegt. Sachverständige hielten das Instrument für spieltechnisch und klanglich unbefriedigend. Zeitweilig war ab 1969 eine Sauer­-Orgel in der Kirche in Betrieb, aber de­ren Klang war wohl nicht befriedigend. Daher wurde sie später an eine andere Gemeinde verkauft.

Seit Inbetriebnahme der Sauer­-Orgel gab es in der Gemeinde eine Diskussion darüber, die Lang-­Orgel wieder spielbar zu machen.

Im Mai und Juni 1985 wurde die Orgel durch den „fliegenden Orgelbauer” Rainer Wolter aus Dresden schließlich repariert und von 1991 bis 1996 von Orgelbaumeister Gerd-Christian Bochmann (Kohren-Sahlis/Sachsen) wiederhergestellt (u.a. Rekonstruktion der Zinn-Prospektpfeifen).

Die historische Orgel ist bis heute spielbar und erklingt in den Gottesdiensten, zu Konzerten und zur Orgelmusik im Sommer im Rahmen der Offenen Kirche.

Bild: Christian Liebscher (Platte), Taborkirche Hohenschönhausen Orgel 2010-04-07 01, CC BY-SA 3.0
Disposition
Manual:
Principal 8′ (offen ab F)
Gedackt 8′
Octave 4′
Octave 2′
Rohrflöte 4′
Mixtur (bis 1985 Salicional 8′) 

Pedal:
Subbass 16′ (unter der Orgel aufgestellt)

Spielhilfen:
Normalkoppel
außerdem:
Tremulant, Zimbelstern